Langlauf: Stars von morgen bestreiten Junioren- und U23-WM in Lygna

Junioren-WM 2021: Lara Dellit (GER), Helen Hoffmann (GER), Germana Thannheimer (GER), Saskia Nuernberger (GER), (l-r) © Tomi Mäkipää

Im norwegischen Lygna beginnen am Dienstag die Junioren- und U23-Weltmeisterschaften im Skilanglauf. Insgesamt stehen 13 Entscheidungen an in sechs Tagen.

80 Kilometer nördlich von Oslo

Der Austragungsort der diesjährigen Junioren-Weltmeisterschaften, das Lygna Skisenter, liegt nicht weit von der norwegischen Hautstadt entfernt auf 650 Meter über dem Meer. Auf norwegischen Landstraßen braucht man allerdings etwa 1:15 Stunden für die 80 Kilometer ab Oslo Zentrum. Lygna selbst ist eigentlich gar kein Ort, sondern nur ein Fluss, der dem Tal, dem Lyngdalen, seinen Namen gibt. Das Lygna Skistadion gehört zur 12 Kilometer entfernten Kleinstadt Jaren mit etwa 13.000 Einwohnern. Die Freude war groß, dass die WM in das Mutterland des Langlaufsports verschoben wurde, nachdem Zakopane zumindest für die Langläufer zum zweiten Mal coronabedingt absagte. Die Bedingungen vor Ort sind laut Veranstalter perfekt, es gibt viel Schnee und auch viele präparierte Loipen abseits der Wettkampfstrecken, die anspruchsvoll und einer JWM bzw. U23 WM würdig sind. Die Temperaturen sollen während der Titelkämpfe um den Gefrierpunkt liegen. Zumindest am Dienstag kann es noch etwas Neuschnee geben, danach ist aktuell bedeckter Himmel und etwas Sonne vorhergesagt. Die Reihenfolge der Wettkämpfe ist eher ungewöhnlich: Massenstart, Staffel, Intervallstart, Sprint und Mixed-Staffel.

21 Deutsche sind dabei

Der Deutsche Skiverband nominierte schon vor zehn Tagen seine 21 Starter. Mit dabei sind einige bekannte Gesichter von den letzten Titelkämpfen, aber auch Debütanten. Sebastian Eisenhut, der Leitende Disziplintrainer LG Ib, sagte: „Wir gehen mit einem großen Team von 21 Athleten und Athletinnen in die Rennen. Die Vorleistungen vom Alpen-Cup stimmen uns sehr positiv. Wir konnten dort sehr gute Leistungen zeigen und führen in drei Kategorien die Gesamtwertung an. Wir sind sehr gespannt, was diese Ergebnisse bei der JWM und U23-WM wert sind.“ Der Deutsche Skiverband hofft, dass man diesmal wieder Edelmetall gewinnen kann, nachdem es letztes Jahr überraschend Sprint-Gold für Lisa Lohmann wurde. „Die Zielvorstellung ist es, zwei Medaillen zu gewinnen – eine im Juniorenbereich und eine im U23-Bereich. Die größten Chancen rechnen wir uns in den Einzelstartrennen in der klassischen Technik und in den jeweiligen Staffelrennen aus“, so Eisenhut.

Juniorinnen: Lara Dellit (WSV Asbach), Helen Hoffmann (WSV Oberhof 05), Saskia Nürnberger (VSC Klingenthal), Germana Thannheimer (SC Oberstdorf), Verena Veit (SC Oberstdorf), Jule Zeißler (SC/GV Gefrees)

Junioren: Jannis Grimmecke (NSV Wernigerode), Simon Jung (SC Immenstadt), Marius Kastner (SC Neubau), Elias Keck (TSV Buchenberg), Kilian Koller (TSV Buchenberg), Luca Petzold (WSV Erzgebirge Oberwiesenthal)

U23-Damen: Alexandra Danner (SC Lenggries), Kim Hager (SC/TV Gefrees), Amelie Hofmann (WSV Isny), Lisa Lohmann (WSV Oberhof 05), Linda Schumacher (SSV Geyer)

U23-Herren: Jan-Friedrich Doerks (SWV Goldlauter Heidersbach), Korbinian Heiland (SC Partenkirchen), Florian Knopf (Skil.Vgg Bernau), Jan Stölben (SK Wundertshausen)

Sieben Österreicher in Norwegen

Mit Magdalena Engelhardt, Erik Engel, Florian Ganner, Christian Steiner und Christoph Wieland (alle JWM) und den U23-Herren Lukas Mrkonjic und Mika Vermeulen schickt der ÖSV sieben Sportler nach Norwegen. Die größten Hoffnungen ruhen dabei auf Mika Vermeulen. Für den in Lillehammer lebenden Steirer, der zuletzt mit zwei starken Distanzrennen bei den Olympischen Winterspielen überzeugte, ist es quasi eine Heim-WM. Für Vermeulen liegt der volle Fokus auf dem 15 km Einzelstartrennen in der klassischen Technik, bei dem der 22-Jährige sich auch berechtigte Medaillenhoffnungen machen darf. „Ich bin der Meinung, dass ich das gewinnen kann“, verriet der 22-Jährige im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur seine Pläne.

18 Schweizer nominiert

Das 18-köpfige Schweizer Aufgebot verteilt sich auf zwölf Sportler im Junioren-Alter sowie sechs weitere in der U23-Kategorie. Auch bei der Schweiz sind mit Nadja Kälin und Anja Weber Olympiastarter dabei. Medaillenchancen hat aber definitiv auch die 18-jährige Siri Wigger, die 2020 in Oberwiesenthal drei Medaillen gewann, aber vor einem Jahr in Vuokatti leer ausging.

Juniorinnen: Bianca Buholzer, Malia Elmer, Marina Kälin, Ramona Schöpfer, Siri Wigger

Junioren: Fabrizio Albasini, Mario Bässler, Pierrick Cottier, Isai Näff, Ilan Pittier, Antonin Savary, Gianluca Walpen

U23 Damen: Nadja Kälin, Anja Weber, Giuliana Werro,

U23 Männer: Cyril Fähndrich, Valerio Grond, Nicola Wigger

Favoriten international

Im Juniorenbereich kommt es immer wieder zu Überraschungen, weil die Talente international noch nicht bekannt sind, wenn sie das erste Mal bei Junioren-Weltmeisterschaften auftauchen und dort möglicherweise schon Edelmetall holen. Aber natürlich sind auch Athleten dabei, die wir aus den letzten Jahren schon kennen und die sicher wieder vorne mitmischen. Im Juniorenbereich sind zum Beispiel wieder Emma Kirkeberg Mørk oder die Holmboe-Zwillinge Aleksander und Nikolai (alle NOR) dabei, sowie Märta Rosenberg, Lisa Ingesson, Lisa Eriksson und Edvin Anger (alle SWE). Finnlands größte Hoffnung in dieser Altersklasse wird wohl wieder Alexander Ståhlberg sein, bei den Italienern trägt Elia Barp den bekanntesten Namen. Bei den Amerikanern sind die erfolgreichen Junioren inzwischen in die U23-Kategorie aufgestiegen, lediglich Juniorin Sydney Palmer-Leger kennt man bereits aus dem Weltcup. Bei den älteren Athleten trifft man auf viele bekannte Athleten aus dem Weltcup. Weil einige von ihnen aus Peking anreisen, gibt es erst Donnerstag den ersten U23-Wettkampf. Die USA werden unter anderem vertreten durch ihre Gold-Staffel von 2020 mit Ben Odgen, Gus Schumacher, Luke Jager und Johnny Hagenbuch sowie JC Schoonmaker und bei den Damen Novie McCabe und Sophia Laukli. Italien schickt Davide Graz, Michele Gasperi und Luca Del Fabbro, der 2019 zuletzt bei einer JWM war, dort aber Gold gewann. Finnland hofft zum Beispiel auf den 20-jährigen Niilo Moilanen, der letztes Jahr den Klassiksprint völlig dominierte. Bei den Damen ist unter anderem Weltcupstarterin Jasmin Kähärä dabei. Auch bei den Teams aus Norwegen und Schweden sind viele Athleten mit Weltcuperfahrung oder Medaillengewinner der letzten Jahre im Aufgebot wie Ansgar Evensen, Odd-Bjørn Hjelmesets Sohn Lars Agnar Hjelmeset, Emmas großer Bruder Martin Kirkeberg Mørk, Kristine Stavås Skistad, Margrethe Bergane oder Håvard Moseby (alle NOR) sowie auf schwedischer Seite Louise Lindström, Moa Hansson, Axel Aflodal, George Ersson und Emil Danielsson. Zu russischen Nominierungen ist nichts bekannt. 

Livestream des Veranstalters

Der Veranstalter bietet einen kostenpflichtigen Livestream der Wettkämpfe aus Lygna an, allerdings erst ab den Einzelstartrennen am Donnerstag. Weitere Informationen findet ihr unter solidsport.com. 

Programm JWM/U23-WM

Dienstag, 22.02.2022
13:00 Uhr: 15 km Massenstart FT Juniorinnen
15:00 Uhr: 30 km Massenstart FT Junioren

Mittwoch, 23.02.2022
13:00 Uhr: Staffel 4x 5 km Junioren
15:00 Uhr: Staffel 4x 3,3 km Juniorinnen

Donnerstag, 24.02.2022
13:00 Uhr: 10 km KT U23 Damen
15:00 Uhr: 15 km KT U23 Herren

Freitag, 25.02.2022
11:00 Uhr: 5 km KT Juniorinnen
13:00 Uhr: 10 km KT Juniorinnen

Samstag, 26.02.2022
12:00 Uhr: Sprint FT U23 Damen und Herren

Sonntag, 27.02.2022
12:00 Uhr: Sprint FT Juniorinnen und Junioren
14:30 Uhr: Mixed-Staffel U23 4x 5 km