FIS Renndirektor Pierre Mignerey glaubt nicht an normalen Langlauf Weltcup-Winter

Alexander Bolshunov (RUS), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Sergey Ustiugov (RUS), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Im Gespräch mit der norwegischen Tageszeitung VG spricht FIS Renndirektor Pierre Mignerey über die möglichen Folgen der Corona-Pandemie für den Skilanglauf Weltcup im kommenden Winter und zeigt Alternativen auf.

Reduzierter Wettkampfkalender?

Pierre Mignerey © FIS

Es sind noch etwas mehr als sieben Monate bis zum geplanten Start des Weltcup Winters 2020/2021, aber die Verbreitung des Corona-Virus und von Covid-19 wirft bereits ihren Schatten voraus. Bei der FIS macht man sich bereits Gedanken über einen möglichen Plan B, sollten die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie weiter aufrecht erhalten werden. „Im Mai wird das Skilanglauf Komitee darüber diskutieren. Am optimistischten ist ein reduzierter Wettkampfkalender. Aber wir werden erst diesen Sommer wissen, was zu tun ist“, so Mignerey gegenüber VG. Folgende Optionen stehen laut dem Franzosen zur Zeit auf der Planungstafel:

  • Wenn die Reisebeschränkungen so aussehen, dass Leute ihr Land nicht verlassen dürfen, wird es keinen Weltcup geben
  • Wenn es eine Quarantäne Reiseregelung gibt, können wir mit einigen Weltcup-Rennen von Land zu Land ziehen
  • Es kann angebracht sein, Männer und Frauen zu trennen. Ein Wochenende mit Männern und eines mit Damen. Oder wir können zum Beispiel zwei Wochen lang die Männer in Norwegen haben, dann zwei Wochen lang mit den Damen in Finnland sein, weil wir nicht zu viele gleichzeitig am selben Ort haben dürfen. Alles ist möglich.
  • Die Tour de Ski soll in der Weihnachtszeit starten, das ist aber noch unsicher. Es kann angebracht sein, die gesamte Tour im selben Land durchzuführen, damit wir den Virus nicht verbreiten.
  • Wenn es eine Regulierung mit maximal 100 Personen am selben Ort gibt, gibt es keinen Weltcup, aber mit einer Regulierung von 500 oder 1.000 Personen ist dies mit Läufern, Betreuern, Organisatoren und Medien möglich.
  • Laufen ohne Zuschauer. Manche Länder sind auf die Zuschauer als Teil der Finanzierung angewiesen, wie zum Beispiel Norwegen. In anderen Ländern ist der Eintritt zu den Langlaufrennen frei, wie in La Clusaz (Frankreich), Davos (Schweiz) und Toblach (Italien) um nur ein paar zu nennen.
  • Der gesamte Betreuerstab muss verringert werden.

„Last-Minute Absagen kosten viel Geld“

„Es wird große Flexibilität brauchen. Das größte Problem ist zu wissen, welchen Regeln wir folgen müssen. Last-Minute Absagen kosten viel Geld, wie wir es in Oslo letzten Winter gesehen haben“, so Mignerey gegenüber VG. Wichtig sei aber, dass etwas stattfindet, zumindest zwei bis drei Weltcup Wochenenden. „Das ist wichtig für die Motivation der Athleten und es ist wichtig für unsere TV-Zuschauer.“ Der Skilanglauf-Renndirektor glaubt zudem, dass die Corona Pandemie den Skilanglauf um 20 Jahre zurückwirft. Jeder müsse günstigere Lösungen finden. „Wir müssen die Athleten schützen. Die Länder müssen beim Support-System kürzen, nicht bei den Athleten. Wir müssen die Kosten für die Skipräparierung reduzieren. Die besten Nationen machen das schon gut, Dinge können vereinfacht werden.“

Quelle: www.vg.no