Weltcup Falun: Rückblick auf das Grande Finale

Gesamtweltcup: Dario Cologna (SUI), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Martin Johnsrud Sundby (NOR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Es war ein Schlusspunkt, den man sich nicht besser hätte erträumen können: Perfektes Winterwetter, spannende Rennen und glückliche Sieger beim Weltcup-Finale der Skilangläufer im schwedischen Falun. Hier könnt ihr noch einmal alles nachlesen.

Klaebo macht Gesamtsieg perfekt

Die finale Mini-Tour der Weltcup-Saison 2017/2018 im schwedischen Falun startete mit spektakulären Sprintrennen auf dem WM-Kurs von 2015. Und wieder einmal war es bei den Herren Johannes Hoesflot Klaebo, der alle überraschte. Schon früh ergriff er im Finale die Initiative und legte mit seinem Sieg die Grundlage zum erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups. Federico Pellegrino war zwar am Ende schneller unterwegs als der Norweger, konnte ihn aber nicht mehr abfangen. Im Klassik-Massenstart an Tag zwei gaben dann andere das Tempo vor, die beiden Sprinter konnten sich aber in der Spitzengruppe halten. Aktivster Läufer war Alexander Bolshunov, der sich am Ende verdient seinen ersten Weltcupsieg holte. Er profitierte jedoch auf der Zielgeraden von einem Strauchler Calle Halfvarssons, der den entscheidenden Antritt gewagt hatte, dem nur Bolshunov folgen konnte. Der junge Russe konnte sich mit seinem Sieg auch in der Gesamtwertung der Mini-Tour an Position eins katapultieren, die er im abschließenden Jagdstart an Tag drei nicht mehr hergab. Dahinter lieferten sich die eigentlichen Favoriten einen heißen Kampf, den Alex Harvey (2.) und Dario Cologna (3.) schließlich für sich entschieden. Klaebo hatte bereits nach dem Samstagrennen nur noch ein Punkt zum sicheren Gewinn des Gesamtweltcups gefehlt, so dass ein 25. Platz vollkommen ausreichte, um als jüngster Langläufer der Geschichte die große Kugel in Empfang nehmen zu dürfen. Dazu hatte er am Freitag bereits die kleine Kugel für den Sieg im Sprint-Weltcup erhalten. Der Distanz-Weltcup ging an Dario Cologna.  

Weng muss lange zittern

Heidi Weng (NOR) © Modica/NordicFocus

Auch bei den Damen stand erst nach dem letzten Rennen endgültig fest, wer sich zur Gesamtweltcupsiegerin krönen lassen durfte. Der Auftakt im Sprint hatte damit noch relativ wenig zu tun. Hanna Falk sorgte für einen Heimsieg der Schwedinnen und ihre junge Teamkollegin Jonna Sundling machte sogar einen Doppelsieg perfekt. Dahinter brachte sich Marit Bjoergen in eine gute Ausgangsposition für den Sieg in der Gesamtwertung der Mini-Tour, während ihre Teamkollegin Maiken Caspersen Falla bereits vor dem Rennen über den Gewinn des Sprint-Weltcups jubeln durfte. Stina Nilsson, die als einzige noch eine theoretische Chance auf die kleine Kugel gehabt hätte, musste erkrankt absagen. Fallas achter Platz hätte aber auch bei einem Sieg Nilssons gereicht, um die Kristalltrophäe mit nach Hause zu nehmen. Tag zwei hielt dann ein spannendes Klassik-Massenstartrennen bereit, in dem sich die Finnin Krista Parmakoski überraschend auf der Zielgerade gegen Bjoergen durchsetzen konnte. Ingvild Flugstad Oestberg meldete mit Rang drei berechtigte Ambitionen auf den Gewinn des Gesamtweltcups an, während für Heidi Weng dieses Ziel durch Rang 22 etwas weiter weggerückt zu sein schien.  Der Jagdstart an Tag drei war dann allerdings nicht das Rennen von Ingvild Flugstad Oestberg und Platz acht brachte nicht die erhoffte Punktzahl, um Weng noch überholen zu können. Vielmehr verlor sie sogar noch Platz zwei in der Weltcup-Gesamtwertung an Jessica Diggins, die als einzige an diesem Tag Marit Bjoergen einigermaßen auf den Fersen blieb. Am Ende gewann die norwegische Langlauflegende vor der US-amerikanischen Ausnahmeathletin und deren Landsfrau Sadie Bjoernsen die Mini-Tour von Falun. Heidi Weng verteidigte den Gesamtweltcup und nahm auch die kleine Kugel im Distanz-Weltcup mit nach Hause.

Karriereende

Das Ende einer Olympia-Saison bringt meist zahlreiche Abschiede mit sich. So haben auch 2018 mehrere Athletinnen und Athleten ihre Leistungssport-Karriere in Falun beendet. In speziellem Outfit machten sich die beiden US-Amerikanerinnen Kikkan Randall und Liz Stephen auf die letzten Weltcup-Kilometer ihrer Laufbahn. Anna Haag ging mit ihrem Verlobten Emil Joensson bei ihrem Heimweltcup gemeinsam in den sportlichen Ruhestand. Aino-Kaisa Saarinen (Finnland) wurde bereits bei ihrem Heimrennen in Lahti offiziell verabschiedet, ließ es sich aber nicht nehmen, die Saison noch zu Ende zu laufen. Ville Nousiainen ließ es dagegen bei seinem Start dort bewenden und kann sich nun zusammen mit seiner Frau Mona-Liisa, die in Drammen ihr letztes Rennen absolvierte, voll und ganz auf das Familienleben konzentrieren.  Bereits am Holmenkollen hatte Noah Hoffman (USA) das letzte Weltcuprennen seiner Karriere bestritten. Gleiches gilt für Aurore Jean, die nun im französischen Team fehlen wird.

Getting ready to go out in style with @lizhillstephen here in Falun !! Last World Cup race today. The end of an amazing…

Posted by Kikkan Randall on Sonntag, 18. März 2018

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