Biathlon: Ricco Gross neuer Cheftrainer der Slowenen – Kader aus Finnland und Polen

Ricco Gross © Manzoni/NordicFocus

Aus Slowenien, Finnland und Polen sind die Nationalkader der Biathleten nach vollzogenen Trainerwechsel nun bekannt. Ricco Gross hat eine neue Wirkungsstätte und in Finnland übernimmt ein Norweger, der zuletzt an der Seite von Ole Einar Björndalen in China arbeitete. Auch die polnische Damenmannschaft geht mit einem Norweger in den nächsten Olympiazyklus.    

Ricco Gross unterschreibt Vierjahresvertrag bei den Slowenen

Ricco Gross (GER), © Manzoni/NordicFocus

Ricco Gross hat beim slowenischen Biathlonverband einen Vierjahresvertrag unterzeichnet und führt demnach die Biathlon-Nationalmannschaft bis zu den olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina. Zuvor war Gross Cheftrainer des österreichischen Herrenteams, wo sein ausgelaufener Vertrag nach den olympischen Winterspielen in Peking nicht verlängert wurde. Wie der slowenische Verband mitteilte, wird Gross als Cheftrainer bei den Männern von Janez Maric und bei den Frauen von Bostjan Klavar unterstützt. Im Medienzentrum auf der Pokljuka präsentierte sich das Team mit seinen Trainern, wo der Präsident des Verbandes, Boštjan Ule verdeutlichte, dass es viel zu tun gibt und hat als langfristiges Ziel eine olympische Medaille 2026 ausgegeben. Im Weltcup wünscht er sich möglichst viele Platzierungen in den Weltcuppunkterängen. Ricco Gross, der die Mannschaft erst besser kennenlernen muss, ist gute Kommunikation zwischen den Trainern und den Athleten wichtig. „Ich möchte mich bei allen für das Vertrauen und die Möglichkeit für diese Aufgabe bedanken. Wir haben viel zu tun. Wir werden viel trainieren und arbeiten müssen und so wenig wie möglich reden. Jetzt warte ich noch auf alle Informationen von Janez und Ljubo, die über die Jahre gut gearbeitet haben. Jetzt wollen wir einfach vorankommen,“ so Ricco Gross auf der Verbandsseite. Das slowenische Nationalteam besteht aus neun Mitgliedern: Den drei erfahrenen Athleten Jakov Fak, Miha Dovžan und Rok Tršan sowie den drei Youngsters Lovro Planko, Toni Vidmar und Alex Cisar (ab Juni). Der weibliche Teil des Teams besteht aus: Živa Klemenčič, Polona Klemenčič und der ehemaligen Weltklasse-Langläuferin Anamarija Lampič. Letztere wechselte erst zu Beginn der aktuellen Saison ins Biathlon-Team. Obwohl die nächste Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Planica in Slowenien stattfindet und Lampič eine aussichtsreiche Medaillenkandidatin bei den Langläufern wäre, wollte sie nicht noch ein Jahr mit dem Wechsel warten. Offensichtlich hat sie nicht alle Türen hinter Langlauf geschlossen und damit offen gelassen, ob sie eventuell doch bei der WM in Planica als Langläuferin an den Start geht. Den Fokus legt sie aber auf Biathlon.

  

Das Team für Finnland

Tero Seppala (FIN) © Manzoni/NordicFocus

Nach dem überraschenden Wechsel des finnischen Cheftrainers Jonne Kähkönen zum italienischen Damen-Nationalteam folgt auf ihn als Cheftrainer der Norweger Erik Bartlett Kulstad. Kähkönen hatte nach yle.fi bereits im Herbst letzten Jahres verlauten lassen, dass er kein Interesse an einer Verlängerung seines Vertrags in Finnland hat. Seiner Meinung ist Finnland im Nationalmannschaftscoaching wirklich weit von internationalen Konkurrenten entfernt (yle.fi) und einer der wichtigsten Gründe für seine Entscheidung war, dass er sich im bisherigen System nicht auf das Coaching konzentrieren konnte. Der neue Trainer Erik Bartlett Kulstad hat in Finnland einen Vertrag bis zu den nächsten olympischen Winterspielen 2026. Er war in den letzten drei Jahren neben Ole Einar Björndalen und Darya Domratcheva als Trainer bei den Chinesen engagiert. Kulstad wird unterstützt von Aku Moilanen, der schon Co. unter Jonne Kähkönen war und das Team kennt. Nach dem Karriereende von Kaisa Mäkäräinen gelangen ihrer Teamkollegin Mari Eder (34) vergangene Saison zwar einige Top-10-Plätze, aber für eine Podiumsplatzierung reichte es nicht. Am Ende erreichte sie einen respektablen 27. Rang in der Gesamtweltcupwertung und lässt immer noch offen, ob sie eine weitere Saison läuft. Bei den Herren machte der 26jährige Tero Seppälä mit mehreren Top-Platzierungen auf sich aufmerksam und beendete die Saison auf einem hervorragenden zwölften Gesamtrang. Wie yle.fi schreibt, hatte Seppälä in Kontiolahti hauptsächlich unter Anleitung des Russen Anatoly Hovantsev trainiert.  Das (vorläufige) finnische Nationalteam: Erika Jänkä, Noora Kaisa Keränen, Nastassia Kinnunen, Suvi Minkkinen,  Olli Hiidensalo, Otto Invenius, Heikki Laitinen, Jaakko Ranta, Tero Seppälä.
Mari Eder wird ihre Zukunftspläne zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben und wäre ebenfalls Teil der A-Nationalmannschaft.
B-Team: Frida Achren, Iiris Helander, Emilia Irvankoski, Venla, Lehtonen, Sonja Leinamo, Nenna Lukkarinen, Arttu Heikkinen, Sameli Joronen, Jonni Mukkala, Joni Mustonen.

Kader und Veränderungen im Team aus Polen

Auch in der polnischen Biathlon-Nationalmannschaft gibt es Änderungen im Trainerbereich. Der Norweger Tobias Torgersen (39)  ist neuer Trainer der Damenmannschaft und Rafal Lepel ist für die Herrenmannschaft zuständig. Beide wurden vertraglich für die nächsten vier Jahre verpflichtet. Nach mehreren kurzfristigen Trainerverpflichtungen setzt man mit Torgersen und Lepel auf eine längerfristige Zusammenarbeit. „Ich bin froh, dass ich diesmal die Aussicht auf vier Jahre Arbeit habe,“ wird Torgersen in einer Verbandsmitteilung zitiert. Der Norweger war bereits in der Saison 2017/2018 Trainer in Polen bevor er zuletzt für den gesamten olympischen Zyklus in China tätig war. Rafal Lepel (32) war im Jugendbereich in Polen tätig und nach den Olympischen Winterspielen in Peking bereits vorübergehend für die Herrenmannschaft. „Die Aufgabe, den Biathlon der Männer in Polen wieder aufzubauen, scheint extrem schwierig zu sein und wird sicherlich Geduld von mir, den Athleten und Fans erfordern. Es ist ein Drei- oder Vier-Jahres-Projekt und nicht ein oder zwei Jahre. Wahrscheinlich werden die Ergebnisse zu Beginn nicht zufriedenstellend sein, daher wird es wichtig sein, eine hohe Arbeitsmotivation aufrechtzuerhalten,“ so Rafal Lepel auf der Verbandsseite. Nach Pof. Zbigniew Waskiewicz, Präsident des polnischen Biathlonverbandes waren nach einer schlechten Saison mit ein paar positiven Berührungen, Änderungen notwendig. Nationalmannschaft Frauen: Monika Hojnisz-Starega, Natalia tomaszweska, Anna Maka, Kamila Zuk, Kamila Cichon, Kinga Zbylut, Dominika Bielecka, Magdalena Gwizdon, Magda Piczura, Joanna Jakiele, Wiktoria Celeczynska, Klaudia Topor.
Nationalmannschaft Herren: Grzegorz Guzik, Filip Wojciech, Marcin Zawol, Andrzej Nedza Kubiniec, Jan Gunka, Lukasz Szczurek, Tomasz Jakiela, Wojciech Skorusa, Przemyslaw Pancerz, Kacper Gunka, Patryk Bryn, Wojciech Janik.

(Quellen: sloski, yle.fi, biathlon.com.pl)

Die Kader aus Deutschland, Norwegen, Italien, Schweden, Schweiz, Tschechien, Frankreich, Österreich, USA haben wir hier bereits veröffentlicht.