46. Auflage des Marcialonga in den Startlöchern

Spitzengruppe der Damen beim Marcialonga 2018 © Magnus Östh

Am 27. Januar feiert der Marcialonga seine 46. Auflage. In diesem Jahr stehen verschiedenste Champions am Start – sowohl Champions der Vergangenheit als auch der Gegenwart – darunter Olympiasieger anderer Sportarten. Aber Marcialonga bedeutet in erster Linie die Verbindung von Val di Fiemme und Val di Fassa. Eine Verbindung, die nun schon seit einigen Tagen als weißes Band besteht.

Bekannte Namen des Weltsports am Start

OK-Präsident Angelo Corradini konnte vergangene Woche mit Stolz verkünden, dass die 70 Kilometer lange Strecke von Moena nach Cavalese fertiggestellt ist. Dies ist insbesondere deshalb eine herausragende Leistung, da Ende Oktober heftige Unwetter mit Überschwemmungen Teile der Trasse und die wichtige Brücke kurz vor dem Schlussanstieg zerstört hatten. In Rekordgeschwindigkeit wurden die Schäden behoben und eine Behelfsbrücke gebaut. Zudem musste wieder einmal die gesamte Strecke mit Kunstschnee belegt werden, da Naturschnee bislang ausblieb. Alle warten jetzt auf die ersten Schneeflocken, die in den nächsten Tagen fallen könnten, denn ein verschneiter Marcialonga ist natürlich schon etwas Besonderes. 7.500 Langläufer werden an den Start gehen, viele von ihnen sind „bisonti“, ein Spitzname für die Amateure des Marcialonga. Aber unter ihnen gibt es einige Personen, die die Geschichte des Sports sowohl in Italien als auch in der Welt mitgeschrieben haben: den Radolympiasieger Paolo Bettini, den Langlauf-Olympiasieger Cristian Zorzi, den Kanu-Olympiasieger Antonio Rossi und den Olympiasieger an den Ringen Jury Chechi, sowie den ehemaligen Torwart der italienischen Nationalmannschaft Francesco Toldo. Am Start stehen auch der schwedische Rocksänger Anders Wendin und der ehemalige schwedische Fußballer Patrik Andersson.

Die Favoriten bei den Herren

In der Gesamtwertung der Visma Ski Classics – der internationalen Langdistanz Serie – führt derzeit Petter Eliassen, der in seiner Comeback-Saison anscheinend wieder zu alter Form gefunden hat. Auch seine Teamkollegen vom Team BN Bank schlagen sich beeindruckend: Simen Oestensen liegt auf Platz vier und Morten Eide Pedersen auf Rang fünf. Das Team von Tord Asle Gjerdalen wurde zu Beginn der Saison entthront, kämpft sich aber langsam wieder zurück an die Spitze. Andreas Nygaard liegt nach seinem Sieg beim La Diagonela auf Rang zwei, Gjerdalen ist Dritter. Vorjahressieger Ilya Chernousov ist derzeit Neunter.  „Marcialonga ist alles, woran ich im Laufe des Jahres gedacht habe“, sagte der Gewinner der Ausgaben 2015, 2016 und 2017 Tord Asle Gjerdalen – er gewann zwei WM-Goldmedaillen und zwei Bronzemedaillen, eine davon im Fiemme-Tal. „Im vergangenen Januar war ich im Cascata Anstieg nicht stark genug, es war nicht wirklich mein Tag und jetzt werde ich alles tun, was ich kann, um zu trainieren und stärker zurückzukehren“. Im Rennen wird zudem Altmeister und Teamkollege des „Sergeants“ mit Pilotenbrille, Anders Aukland, mit dabei sein: „Der Marcialonga ist zweifellos das wichtigste Rennen des Jahres, ich hoffe, dass unser Team gut abschneiden kann“. Außerdem wird es mehrere Duelle innerhalb des Skimarathons geben, wie zum Beispiel zwischen den Schweizern Giachem Guidon, Startnummer 2599, und Andi Grünenfelder, Startnummer 2690, letzterer Olympia-Dritte. Im Feld der Champions und ehemaligen Champions geht auch Aleksandr Panžinskij, Olympia-Silbermedaillengewinner, an den Start, zusammen mit Alexandr Legkov, einem weiteren Olympiasieger. Jerry Ahrlin, dreimaliger Gewinner des Marcialonga (2007, 2009, 2011), der Schwede Jörgen Brink, der Tscheche Stanislav Řezáč und der Weltmeister Anders Gløersen sind ebenfalls dabei.

Die Favoritinnen bei den Damen

In der Gesamtwertung der Frauen liegt die Schwedin Britta Johansson-Norgren in Führung; diesmal hat sie jedoch einen geringeren Abstand zu ihren Verfolgerinnen Astrid Oyre Slind und La Diagonela Siegerin Katerina Smutna. Letztere konnte der bisherigen Dominatorin die erste Niederlage in dieser Saison beibringen. Immer auf der Rechnung haben muss man auch Justyna Kowalczyk. Die Spannung steigt, sowohl für die italienischen Langläufer als auch für die internationalen Athleten, denn der Marcialonga ist das Highlight des Jahres im Trentino. Die Einwohner von Fiemme und Fassa werden alle willkommen heißen.

Wer das Rennen am kommenden Sonntag live mitverfolgen möchte, kann dies über den kostenpflichtigen Zugang zu play.vismaskiclassics.com tun.