Rollski Weltcup Val Brembana: Di Gregorio feiert Comeback - xc-ski.de Langlauf

Rollski Weltcup Val Brembana: Di Gregorio feiert Comeback

Di Gregorio Andresen © Tina Willert

Im italienischen Val Brembana wurde am vergangenen Wochenende der 2. Rollskiweltcup der Saison ausgetragen. Mit Kira Claudi (LBC Banfetal), Tina Willert (SV Lützel) und Stephan Strübel vom SC Seebach waren auch drei deutsche Rollskisportler vertreten.

Di Gregorio wird Zweiter

Auftakt des Weltcup war ein Einzelstartrennen über 18 Kilometer der Damen, Juniorinnen und Junioren, sowie 24 Kilometer der Herren. Das Rennen in Freier Technik fand auf einem anspruchsvollen Rundkurs von drei Kilometern Länge im Gewerbegebiet von Lenna statt. Der Veranstalter hatte viel Werbung in der Region von Valle Brembana geschaltet und so waren auch gut Zuschauer an beiden Tagen vor Ort und sogar ein Helikopter verfolgte das Renngeschehen von oben. Bei den Juniorinnen profitierte die spätere Siegerin Anna Bolzan aus Italien von ihrer Startposition. Sie konnte bei Kathrine Rolsted Harsem im Windschatten laufen und so eine überragende Zeit von 37:30 Minuten vorlegen. Die Plätze zwei und drei trennten lediglich eine Sekunde. Zweite wurde die erst 16 Jährige Maria Kondratenko aus Russland mit 1:35 Minuten Rückstand und dritte Anna Bolzan aus Italien. Sowohl Kira Claudi als auch Tina Willert hatten Pech und mussten das gesamte Rennen alleine bewältigen. Kira Claudi steigerte jedoch ihr Tempo von Runde zu Runde und kämpfte sich schließlich auf Platz vier. Tina Willert kam als 12. ins Ziel. Bei den Damen war das Starterfeld erstaunlich dünn besetzt. Neben der Siegerin Kathrine Rolsted Harsem aus Norwegen, welche das Rennen in 36:33 Minuten deutlich für sich entschied, waren lediglich vier weitere Russinnen am Start. Silber errang Ksenia Konohova und Bronze ging an Svetlana Hvostunkova. Das Juniorenfeld bestand aus 23 Athleten, hier stellte Russland die Sieger. Mit Mikhail Matrentsev konnte sich hier ein Newcomer in einer Zeit von 32:51 Minuten gegen seinen Landsmann Andrey Nischakov (33:23 Minuten)durchsetzen. Rang drei ging nach Norwegen an den Langlaufspezialisten Sondre Turvoll Fossli der mit einer Zeit von 33:42 Minuten schon einen recht deutlichen Abstand auf den Führenden hatte. Stephan Strübel belegte in dieser Disziplin Platz 16. Bei den Herren galt wohl die meiste Aufmerksamkeit Alfio Di Gregorio aus Italien. Der mittlerweile 43 Jährige feierte mit Platz zwei sein internationales Comeback. Sein letztes internationales Rennen absolvierte er 2009 bei der WM in Piglio. Mit vier WM-Goldmedaillen, fünf Kristallkugeln als Gesamtweltcup Sieger, 55 Weltcup Siegen und 68 italienischen Meistertiteln gilt er als der Mr. Rollerski schlecht hin. Er platzierte sich mit einem Rückstand von 11 Sekunden hinter Eugenio Bianchi (ebenfalls Italien, 43:14 Minuten). Das komplett italienische Podium verhinderte Igor Cuny aus Frankreich. Der eher sprintstarke Franzose sorgte mit einem souveränen Auftritt und einer Zeit von 43:55 Minuten für Bewunderung und schob sich eine Sekunde vor Dietmar Nöckler aus Italien aufs Podest.

Kathrine Harsem erneut überlegen

Am zweiten Wettkampftag starteten die Damen zwei Minuten vor den Juniorinnen. Im Massenstart mussten die Damen und Juniorinnen auf die sieben Kilometer lange Bergstrecke hoch von Valleve nach Foppolo und hatten dabei 451 Höhenmeter in klassischer Lauftechnik zu bewältigen. Den Sieg bei den Damen holte sich erneut Kathrine Rolsted Harsem aus Norwegen vor Svetlana Hvostunkova und Natalia Zernova aus Russland. Maria Kondratenko beschenkte sich an ihrem 16. Geburtstag hingegen selbst. Die junge Russin lief nach Platz zwei bei ihrem Debüt am Vortag souverän auf den ersten Platz und konnte ihre Landsfrau Anastasia Bushueva um eine halbe Sekunde auf den zweiten Rang verweisen. Dritte wurde die im Gesamtweltcup führende Lisa Bolzan aus Italien. Die deutsche Kira Claudi überraschte mit einem starken vierten Platz. Claudi teilte sich das Rennen sehr gut ein und lief die ersten fünf Kilometer zusammen mit ihrer Teamkollegin Tina Willert. Die fünfköpfige Führungsgruppe die sich ab Kilometer zwei gebildet hatte war die ganze Zeit in Sichtkontakt. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel wurde diese Gruppe durch eine Tempoverschärfung der Russinnen gesprengt und 1,5 Kilometer vor dem Ziel überholte Claudi die spätere sechstplatzierte Anna Bolzan (Italien). Einen Kilometer später schließlich auch die bis dahin viertplazierte Russin Alena Lipatova. Tina Willert musste ihre Teamkollegin bei Kilometer 5,5 ziehen lassen und lief mit der eingeholten Dame Elena Lukianova ins Ziel auf Rang sieben. Bei den Herren war der Berglauf eine rein italienische Angelegenheit. Lokalmatador Sergio Bonaldi siegte vor Simone Paredi und Eugenio Bianchi mit einer Zeit von 42:26 Minuten auf 11,4 Kilometern. Die Junioren starteten wie die Herren in Branzi und hatten 11,4 Kilometer zu absolvieren. Auch an diesem Tag ging der Sieg wieder nach Russland. Vadim Andreev siegte in 48:26 Minuten vor Antonio Giulio Ruggiero aus Italien. Sondre Turvoll Fossli musste sich mal wieder mit dem 3. Platz begnügen und schaffte es erst im Zielsprint diesen gegen den Vierten Emanuele Becchis aus Italien zu verteidigen. Stephan Strübel lief lange Zeit mit dem Italiener Luca Milesi, bis sich dieser jedoch losreißen konnte und Strübel am Ende auf Rang 18 ins Ziel lief.

Kira Claudi hat sich mit den beiden vierten Plätzen nun als erste Deutsche für alle bei der Weltmeisterschaft stattfindenden Wettkämpfe qualifiziert. Der nächste Weltcup mit drei Wettkämpfen findet bereits am kommenden Wochenende in Tripoli (Griechenland) statt.

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