Nordische Kombination: Riiber mit drittem Triple

Jarl Magnus Riiber (NOR) gewinnt zum dritten Mal das Nordic Combined Triple in Seefeld.
Jarl Magnus Riiber (NOR) gewinnt zum dritten Mal das Nordic Combined Triple in Seefeld. © Modica/NordicFocus

Beim Weltcup der Nordischen Kombination in Seefeld in Tirol (AUT) hat Jarl Magnus Riiber (NOR) seinen dritten Gesamtsieg beim Seefeld Triple geholt. Zweiter wurde sein Landsmann Joergen Graabak. Auf Rang drei kam der Österreicher Stefan Rettenegger.

Finaltag nur mit Lauf

Nichts geht mehr - das Springen wurde abgesagt.
Nichts geht mehr - das Springen wurde abgesagt. © Sandra Volk

Zum dritten Mal in der elfjährigen Geschichte des Seefeld Triple geht die begehrte Trophäe damit an den Norweger, der sich nach 2020 und 2021 erneut in die Siegerliste eintragen kann. Vorjahressieger Johannes Lamparter (AUT), der nach gesundheitlichen Problemen um seine Teilnahme bangen musste, schlug sich als Gesamt-Vierter achtbar. Vinzenz Geiger als bester DSV-Athlet wurde Sechster. Am Finaltag konnte allerdings nur ein Teil des Wettkampfes durchgeführt werden.

Wind verhindert Springen – PCR genutzt

Nur wenige Kombinierer konnten am Sonntag springen, bevor abgebrochen wurde. Pascal Mueller (SUI) war einer davon.
Nur wenige Kombinierer konnten am Sonntag springen, bevor abgebrochen wurde. Pascal Mueller (SUI) war einer davon. © Modica/NordicFocus

Der Wind hatte sich bereits im Laufe des Wochenendes immer weiter verstärkt. Am Sonntag wurde zunächst der Probedurchgang abgesagt, nachdem es immer wieder zu längeren Unterbrechungen gekommen war. Schließlich fiel auch der Wettkampfdurchgang dem Wind zum Opfer. Als Konsequenz wurde das Ergebnis des Provisorischen Wertungsdurchgangs als Ausgangslage für den Lauf herangezogen. Diesen hatte Riiber gewonnen, allerdings denkbar knapp. 112,5 Meter bedeuteten auch am Donnerstag die größte Weite des Tages. Doch Lamparter, der für seine 110 Meter bessere Haltungsnoten bekam als der Norweger, rangierte nur fünf Sekunden hinter dem Superstar. Auch die beiden Rettenegger-Brüder waren gewohnt stark gesprungen. Thomas Rettenegger (AUT) platzierte sich mit 111,5 Metern auf Rang drei, Bruder Stefan wurde mit 105 Metern Vierter. Hinter Kristjan Ilves (EST) auf Rang fünf landete in Gestalt von Manuel Faißt bereits der erste DSV-Adler. 103,5 Meter brachten ihn auf Rang sechs und 53 Sekunden hinter Riiber. Franz-Josef Rehrl (AUT) lag auf Zwischenrang sieben. Allerdings hatte der Ramsauer in den ersten beiden Tagen des Triples große Probleme in der Loipe. Ryota Yamamoto (JPN) auf Rang acht spielt läuferisch im Konzert der Großen auch eine eher untergeordnete Rolle. Chancen auf einen Podestplatz konnte sich jedoch eine Gruppe von Athleten rund um Platz zehn ausrechnen. Martin Fritz (AUT), Wendelin Thannheimer (GER) und vor allem Johannes Rydzek (GER) und Joergen Graabak (NOR) lagen alle innerhalb weniger Sekunden, rund eine Minute hinter der Spitze. Etwas weiter zurück lag da bereits Jens Luraas Oftebro (NOR) mit 1:30 Minuten Rückstand.

Weiche Piste und schwierige Abfahrt

Spektakulärer Abflug: Otto Niittykoski (FIN)
Spektakulärer Abflug: Otto Niittykoski (FIN) © Sandra Volk

Der weiche Frühjahrsschnee in Verbindung mit dem längeren Rennen von 12,5 Kilometern verlangte den Athleten alles ab. Insbesondere die Kurve nach der langen Abfahrt, in der sich bereits in den vergangenen Tagen mehrere Stürze ereignet hatten, hatte es wieder in sich. Einer der Leidtragenden am Sonntag war der Finne Otto Niittykoski, der spektakulär zu Sturz kam. Doch auch Lamparter musste einige Meter oberhalb kurz in den Schnee, konnte aber schnell weiterlaufen. Mario Seidl (AUT) stieg dagegen nach drei Runden ohne Sturz aus. „Es ging heute einfach nicht“, konstatierte er.

Riiber in eigener Liga

Großer Jubel bei Jarl Magnus Riiber (NOR)
Großer Jubel bei Jarl Magnus Riiber (NOR) © Modica/NordicFocus

Völlig unbeeindruckt von den Schwierigkeiten anderer absolvierte Riiber sein Rennen wie auf Schienen. Wie bereits in den Tagen zuvor, konnte ihm keiner der Konkurrenten auch nur annähernd das Wasser reichen. Graabak kam ebenfalls bestens zurecht. Mit der schnellsten Laufzeit kam er noch am nächsten an seinen Landsmann heran. „Es scheint, als ob ich der Zweitbeste dieses Wochenende war“, sagte der Norweger nach seinem dritten zweiten Platz in Folge. „Ich muss sagen, ich war nicht traurig darüber, als ich die Bedingungen auf der Strecke gesehen habe. Wenn es so schwierig und hart ist, das liegt mir sehr gut. Im Rennen fühlte ich mich gut, und ich konnte Platz um Platz gutmachen.“ Hinter ihm verteidigte Stefan Lamparter bravourös seinen dritten Platz. Vortages-Dritter Oftebro stellte seine gute Laufform erneut unter Beweis. Er machte einige Plätze gut und verbesserte sich von 14 auf Rang fünf.

Geiger bester DSV-Starter

Vinzenz Geiger (GER)
Vinzenz Geiger (GER) © Modica/NordicFocus

Mit Vinzenz Geiger (GER) und Ilkka Herola (FIN) hatten sich zwei starke Läufer zusammen-gefunden, die das Feld von hinten aufrollten. Von den Plätzen 21 (Geiger) und 22 (Herola) gestartet, liefen sie mit den zweit- und drittbesten Laufzeiten bis auf die Ränge sechs und sieben nach vorn. Auch Lukas Greiderer (AUT) machte Plätze gut, er wurde Achter vor Matteo Baud (FRA), der damit seinen dritten Top Ten-Platz des Wochenendes einfuhr. Manuel Faißt (GER) wurde Zehnter vor Eero Hirvonen (FIN). Während Julian Schmid (GER) von Platz 24 aus ebenfalls gleich zehn Plätze gutmachte, fiel Rydzek um zwei Plätze zurück, er wurde 13. hinter Ilves. Hinter Samuel Costa (ITA) auf Rang 15 erzielte Aleksander Skoglund (NOR) mit Rang 16 sein bislang bestes Karriereergebnis. Die Ergebnisse der weiteren deutschen und österreichischen Kombinierer im Überblick: 19. Martin Fritz (AUT), 20. Wendelin Thannheimer (GER), 21. Thomas Rettenegger (AUT), 25. David Mach (GER), 26. Fabio Obermeyr (AUT), 27. Terence Weber (GER), 30. Franz-Josef Rehrl (GER), 32. Manuel Einkemmer (AUT), 38. Florian Kolb (AUT). Im Gesamtweltcup sowie in der Kategorie des besten Springers führt weiterhin Riiber, bester Läufer bleibt Vinzenz Geiger vor Johannes Rydzek.

Zwischenstand Sprung Herren (PCR)Endergebnis HerrenWeltcupstand Herren

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