Biathlon Weltcup Oslo: Deutsche Mixed Staffel auf Rang fünf

Philipp Nawrath (GER) © Manzoni/NordicFocus

Beim Biathlon Weltcup in Oslo geht der Sieg mit der Mixed Staffel verdient an Frankreich. Zu keiner Zeit gab das Quartett die Führung ab und die Entscheidung über die weiteren Podestplätze fiel erst in der Schlussrunde. Das DSV-Team ließ Zeit durch unvorhergesehene Widrigkeiten liegen und landet auf dem fünften Rang. Die kleine Kristallkugel in der Wertung der gemischten Staffeln geht an Norwegen.  

Frankreich setzt sich durch

Julia Simon (FRA), Sophie Chauveau (FRA), Fabien Claude (FRA), Quentin Fillon Maillet (FRA), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Frankreich gewann die Mixed-Staffel in Östersund und wurde Weltmeister in Nove Mesto na Morave, immer in etwas anderer Aufstellung als in Oslo, und in Antholz siegte Norwegen mit den Boe-Brüdern, aber einer anderen Besetzung bei den Damen. Für Deutschland waren in Oslo Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider, Benedikt Doll und als Schlussläufer Philipp Nawrath aufgeboten. 23 Staffeln starteten, nur 10 davon kamen in die Wertung, 13 wurden überrundet. Sieger wurde die Mannschaft aus Frankreich mit Julia Simon, Sophie Chauveau, Fabien Claude und Quentin Fillon Maillet. Insgesamt benötigte das Quartett sechs Nachlader und im Ziel betrug der Vorsprung auf Schweden mit Mona Brorsson, Elvira Oeberg, Jesper Nelin und Martin Ponsiluoma 32,2 Sekunden (8 Nachlader). Norwegens Ingrid Landmark Tandrevold, Ida Lien, Tarjei Boe und Johannes Thingnes Boe komplettierten das Podest nach einer Strafrunde und zehn Nachlader 3,7 Sekunden dahinter. Italien (Hannah Auchentaller Lisa Vittozzi, Lukas Hofer und Tommaso Giacomel) wurden Vierte (2 Strafrunden/9 Nachlader) und Deutschland sicherte sich den fünften Rang (10 Nachlader). 

Janina Hettich-Walz bringt Staffel gut ins Rennen

Janina Hettich-Walz (GER) © Manzoni/NordicFocus

Julia Simon lag von Beginn an in Führung, räumte sowohl liegend als auch stehend in beeindruckender Weise ihre Scheiben ab und war als erste in der Schlussrunde, gefolgt von der Österreicherin Lisa Theresa Hauser, Brorsson für Schweden und an vierter Position Janina Hettich-Walz 36,8 Sekunden zurück, während Ingrid Landmark Tandrevold und auch Lea Meier, die kurzfristig für Amy Baserga ins Schweizer Team rückte, in die Strafrunde abbiegen mussten. Bis dahin kam mit Ausnahme von Julia Simon keine der Damen ungeschoren am Schießstand davon. Frankreich übergab mit 31,4 Sekunden Vorsprung vor Österreich, gefolgt von Schweden und Janina Hettich-Walz schickte Sophia Schneider als Vierte 36 Sekunden später in ihr Rennen. 

Sophia Schneider macht Plätze gut

Benedikt Doll (GER), Sophia Schneider (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Sophia Schneider hatte es in ihrem Leg mit den laufstarken Elvira Oeberg und Lisa Vittozzi zu tun. Am Schießstand kam keine ungeschoren durch, die führende Französin kam mit einem Nachlader aus, Oeberg folgte nach zwei und Norwegen hat sich nach einem makellosen Schießen auf die dritte Position geschoben. Sophia Schneider konnte die Chance nicht nutzen, da sie nach vier Treffern eine Patrone manuell nachladen musste, dann einen Fehler schoss, zwar mit einer Reservepatrone auskam, aber wertvolle Zeit liegen ließ. Auf der vierten Position hatte die Deutsche nun Lisa Vittozzi an den Skienden. Im stehenden Anschlag trumpfte Schneider mit einer fehlerfreien Schießzeit von 21,8 Sekunden auf und schob sich 44,8 Sekunden hinter der Französin auf den zweiten Rang, gefolgt von Lisa Vittozzi und Elvira Oeberg. Beide zogen auf der Strecke an Schneider vorbei und nach Frankreich, Schweden und Italien übergab Sophia Schneider an vierter Stelle an Benedikt Doll und Norwegen wechselte knapp 40 Sekunden dahinter.

Benedikt Dolls Risiko zahlt sich nicht aus

Philipp Nawrath (GER), Benedikt Doll (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Nach dem liegenden Anschlag blieb Frankreich vorne, Schweden schob sich an Italien vorbei und Benedikt Doll hielt sich nach einem Nachlader auf Rang vier. Als Fabien Claude im stehenden Anschlag zwei Mal nachladen musste, nutzte Lukas Hofer die Gelegenheit und schob sich bis auf 11,4 Sekunden an Frankreich heran, Schweden 17 Sekunden dahinter. Benedikt Doll wollte wohl die Chance ebenfalls nutzen, schoss die ersten drei Patronen vorbei und vermied mit den Nachladern zwar die Strafrunde, aber machte keine Zeit gut sondern fiel einen Platz zurück, da am Schießstand durch die Null auch Tarjei Boe vor ihm in die Loipe zurückkam. „Ich wollte die Chance nutzen nach vorne zu kommen. Entweder passt es oder passt es nicht. Mit drei Nachladern war die gute Schießzeit dahin. Vielleicht habe ich ein bißchen zu viel riskiert,“ so Doll nach dem Rennen im ZDF-Interview.

Wer holt sich die Medaillen hinter Frankreich?

Mona Brorsson (SWE), Elvira Oeberg (SWE), Jesper Nelin (SWE), Martin Ponsiluoma (SWE), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Für die führenden Franzosen übernahm nun Quentin Fillon Maillet vor Italien, Schweden, Norwegen und Philipp Nawrath kam als Fünfter und 58,3 Sekunden Rückstand. Im liegenden Anschlag traf der Franzose die letzte Scheibe nicht, das nutzte der Italiener Tommaso Giacomel und kam auf 6,2 Sekunden an die Spitze heran, Schweden und Norwegen dahinter. Philipp Nawrath schoss schnell und räumte mit einem Nachlader ab. Schade, dass er besonders schnell sein wollte und sich beim Aufsetzen des Gewehrs der Riemen so unglücklich verhedderte, dass er außerhalb des Schießstands sogar komplett anhalten musste um das Gewehr richtig auf den Rücken zu nehmen. Wieder einmal verstrich kostbare Zeit und mit Mühe verhinderte er auch noch einen Sturz. „Wenn man dann die Lücke vor sich größer werden sieht und denkt, wo man hätte sein können, wenn das nicht passiert wäre,“ meinte Philipp Nawrath nach dem Rennen. Im letzten Schießen schoss erst Giacomel zwei Strafrunden für Italien, Ponsiluoma wartete lange Zeit bis er den ersten Schuss abgab und musste schließlich alle drei Ersatzpatronen verwenden und auch Johannes Thingnes Boe lud drei Mal nach. Währenddessen kam Philipp Nawrath zur Matte, setzte vier Treffer und den letzten Schuss vorbei und damit war auch die Aussicht auf das Podest gesunken. Italien kam an zweiter Position aus der Strafrunde und zeitgleich verließ der Schwede mit Johannes Thingnes Boe den Schießstand, Philipp Nawrath folgte drei Sekunden später. Ein heißer Kampf um die Plätze hinter Frankreich entbrannte: Erst kam der Angriff von J. T. Boe auf Tommaso Giacomel, dann setzte der Schwede in der Kurve um den Schießstand zum Angriff an und verteidigte den Silberrang vor Norwegen, Italien und Deutschland. „Es war hart auf der letzten Runde,“ sagte Nawrath nach dem Rennen. „Meine Taktik war bloß nicht einstecken, Charakter zeigen und weiter dran bleiben.“ Lisa Theresa Hauser, Lea Rothschopf, Dominic Unterweger und Simon Eder, das ÖSV-Team, kam nach vier Strafrunden und elf Nachladern auf Rang acht und die Schweiz, wo Lea Meier kurzfristig für Amy Baserga ins Team kam, wurde überrundet.

Ergebnis

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