WM-Baustelle Seefeld: Alles im Plan für die Vor-WM

Baustelle WM-Arena Seefeld, Blick auf die Schanzen und das Stadion-Areal © Felgenhauer / Woidlife Photography

Es geht voran auf der Großbaustelle Seefeld. Die Austragungsstätten der nordischen Ski-WM 2019 nehmen langsam Formen an und bereits im kommenden Winter kann die Infrastruktur ausgiebig getestet werden.

Beschneiung von 14 Kilometern in 48 Sunden

Speicherteich am Gschwandtkopf © Olympiaregion Seefeld

Seit Mitte April wird am neuen Speicherteich am Gschwandtkopf gearbeitet. Rund 11.000 LKW-Fahrten waren notwendig, um die Basis für den künstlichen See zu schaffen, der Seefeld, nicht nur im Hinblick auf die FIS Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019, Schneesicherheit garantieren wird. Die spektakuläre Baugrube ist beinahe so groß wie zwei Fußballfelder mit einer Tiefe von 15 Metern. Im Vordergrund steht laut Seefeld eine ressourcenschonende Schneeproduktion. 110.000 Kubikmeter Wasser-Ressourcen ermöglichen künftig eine Schneeproduktion von 60 Litern pro Sekunde (zum Vergleich: bisher waren es 12 Liter pro Sekunde) beziehungsweise in durchschnittlich zwei Tagen eine ein Meter hoch eingeschneite, 14 Kilometer lange und zwölf Meter breite Strecke. „Aufgrund des umfangreichen Knowhows, 29 mit der neuesten Technik ausgestatteten Schneekanonen sowie der enormen, verfügbaren Wassermenge, ist die Olympiaregion Seefeld im nordischen Bereich derzeit weltweit absoluter Spitzenreiter in der Erzeugung von Kunstschnee“, heißt es in einem Blog-Beitrag zu den Fortschritten der Baumaßnahmen im Vorfeld der WM 2019.

WM-Strecken sind (fast) fertig

Baustelle WM-Arena Seefeld, Streckenplan für die WM-Loipen © Felgenhauer / Woidlife Photography

Die wichtigste Baustelle für die WM waren und sind natürlich die Langlaufstrecken. Wie Rennleiter Skilanglauf Martin Tauber erklärt, sind die Trassen inzwischen fertig. „Für die Titelkämpfe stehen auf dem blauen Kurs, der hauptsächlich fürs Skating genutzt wird, Runden mit Streckenlängen von 1,2, 1,5, 2,5, 3,3, 3,75 und fünf Kilometern zur Verfügung. Auf dem roten Kurs sind es für die klassische Technik Schleifen von 2,5, 3,3 und 3,75 Kilometern Länge“, so Tauber. Insgesamt mussten 8,7 Kilometer bearbeitet werden. Entweder wurden vorhandene Streckenabschnitte verbreitert oder neue Verbindungen geschaffen. Dabei stand aber im Vordergrund, historische Abschnitte zu erhalten. Die Strecken sind nun durchgängig in Anstiegen mindestens zehn Meter breit, in Abfahrten sieben Meter. Die größte Steigung beträgt auf einem kurzen Abschnitt des roten Kurses 23 Prozent, ansonsten wird es bis maximal 18 Prozent steil. „Es soll ja noch flüssig diagonal laufbar sein. Nur Grätschen in den Anstiegen schaut ja nicht schön aus“, so Tauber weiter. Das größte Gefälle befindet sich auf dem blauen Kurs und beträgt ebenfalls kurzzeitig 23 Prozent. Aktuell werden auf dem roten Kurs noch Entwässerungsgräben gebaut und die Beschneiung installiert. 78 Beschneiungspunkte wird es bis zum Herbst entlang der Strecken geben, an denen dann die 29 Schneekanonen angeschlossen werden können. Im Stadionbereich finden derzeit noch größere Erdanlieferungen statt. Hier gilt es zwei Tunnelröhren zu vergraben, die den Athleten den Zugang zu Start/Ziel ermöglichen sollen, ohne die Strecke kreuzen zu müssen.         

Neue Langlaufverbindung bereits getestet

Straßentunnel Seefeld © Olympiaregion Seefeld

Das Bauwerk, das jedem Autofahrer sofort ins Auge sticht, wenn er von Seefeld in Richtung Mösern fährt, ist der neue Straßentunnel an der L36. Über ihn führt die Verbindung des Loipennetzes im WM-Stadion zum Loipennetz von Wildmoos und Leutasch. Da der Tunnel bereits vor dem vergangenen Winter fertiggestellt werden konnte, waren Kaiser Maximilian Lauf, Nordic Combined Triple und weitere Events bereits ideale Testwettbewerbe. Die Loipenbreite entspricht den Vorgaben des internationalen Skiverbands (FIS) und misst sieben Meter für die Abfahrt und zehn Meter für den Anstieg. Überholmanöver sind also auch über dem Tunnel kein Problem.

Ihr wollt immer auf dem Laufenden bleiben? Hier findet ihr Webcams und aktuelle Beiträge zur WM-Baustelle: www.seefeld.com/seefeld2019/wm-news

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